Intel Kaby Lake vs Intel Skylake: Lohnt sich der Umstieg?

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Alle Jahre wieder kommt ein Update von Intel: Die neue Prozessorengeneration heisst „Kaby Lake“ und wird im ersten Quartal 2017 in den Läden aufschlagen. Erste Prozessoren gibt es auch schon in Ultrabook-Laptops (siehe Intel Core i7 7500U) – Doch lohnt sich der Umstieg?

Eigentlich sollte Ende 2016/Anfang 2017 Intels neue Architektur „Cannonlake“ erscheinen – wegen Problemen in der Produktion hat sich Intel aber entschieden, die „Kaby Lake“-Generation vorzuschieben. Der Grund scheint simpel: Kaby Lake ist eigentlich nur ein Update der bekannten Skylake-Architektur, die bereits seit Ende 2015 auf dem Markt ist. Wirklich viel getan hat sich deshalb nicht, denn bis auf eine verbesserte integrierte Grafik (die für Gamer immer noch keine Option ist) und ein paar hundert Megahertz mehr Taktrate entsprechen die Prozessoren ihren Vorgängern. Intel scheint sich bei Kaby Lake besonders auf die Notebook-Fraktion zu konzentrieren. Wir sagen voraus: Habt Ihr bereits einen Skylake-Prozessor, lohnt das Update wahrscheinlich nicht. Wer aber ein Upgrade von einem schwächeren Core i3-Prozessor braucht oder einen neuen PC zusammenstellt, der sollte durchaus einen Blick auf die neue Generation wagen, um das Beste aus dem PC herauszuholen. Eine Übersicht.

In der Architektur tut sich nicht viel

Intel Kaby Lake kommt weiterhin in 14nm

Intel Kaby Lake kommt weiterhin in 14nm

Wie schon erwähnt, ist die Kaby Lake Architektur der vom Vorgänger Skylake sehr ähnlich: Die Prozessoren werden im 14 nm-Prozess hergestellt und brauchen ein Mainboard mit Sockel 1151. Dazu gibt es neue Chipsätze, die Intel Z270 / B250 / H210 heissen werden. Gerüchten zufolge sollen die neuen Chipsätze vor allem mehr PCIe-Lanes bieten, was SLI/Crossfire-Systemen und M2.Slot SSDs zugute kommen könnte. Doch wirklich nötig sind die neuen Chipsätze nicht, denn die meisten Mainboardhersteller haben zumindest für den Chipsatz Z170 ein Update angekündigt, das Kaby Lake Prozessoren auf dem aktuellen Chipsatz lauffähig machen soll.

Das macht die Skylake-Generation für Budget Gaming PCs besonders attraktiv, da gleich zwei Generationen neuer Prozessoren für ein einfaches Update zur Verfügung stehen.

Erste Benchmarks zeigen moderater Leistungsschub

Obwohl die Desktop-Versionen der Kaby Lake Prozessoren erst 2017 erscheinen sollen, ist bereits ein Benchmark aus China aufgetaucht, der die aktuell sechste Generation des Intel Core i5-6600k mit der neuen siebten Generation Intel Core i5-7600k vergleicht (Anmerkung: Es könnte sich hier um ein Engineering Sample handeln, das nicht ganz der Verkaufsversion entspricht). Die neue Version der bei Gamern beliebten CPU taktet mit 3.8 GHz und kann im Turbo-Modus einen Takt von bis zu 4.2 GHz erreichen, was rund 8% (300 MHz) mehr Takt zum Vorgänger entspricht (Intel Core i5-6600k: 3.5 Ghz / 3.9 GHz). Ungefähr so fällt auch der Leistungsschub aus: Die Mehrleistung entspricht ca. 6 bis 9%, je nach Anwendung (Quelle: EXPreview).

Auch für alle anderen Prozessoren sollte sich ungefähr das gleiche Bild einstellen. Die Kaby Lake-Prozessoren entsprechen also eher einer „Modellpflege“. Ein Update vom Intel Core i5-6600k lohnt unserer Meinung deshalb kaum – die verbesserte, integrierte Grafik wird bei Gaming PCs eh durch eine externe Grafikkarte ersetzt, die deutlich bessere Leistung bietet. Ob durch Übertakten eine größere Differenz zum Vorgänger erreicht werden kann, muss sich erst zeigen.

Kaby Lake ist vor allem für Notebooks interessant

Auch, wenn Kaby Lake Desktop-Gamer nicht vom Stuhl fegt: Für Notebooks ist die neue Prozessoren-Generation sehr interessant. Auch die mit einem „U“ am Ende gekennzeichneten Ultrabook-Prozessoren Intel Core i7-7500U und Intel Core i5-7200U werden im Vergleich zu Ihren Vorgängern nur dezent überarbeitet. Besonders bei der integrierten Grafikeinheit hat Intel Hand angelegt. Die neuen Intel HD Graphics 620/615/520/515 Einheiten unterstützen 10 Bit Farbtiefe und bald auch HDMI 2.0, ein wichtiger Standard für 4K-Videomaterial. Die Gaming-Performance steigt mit den neuen Grafikeinheiten um rund 20 Prozent – damit sind weniger aufwendige Spiele wie Counterstrike: GO und Diablo 3 mit gut 60 FPS in hoher Detailstufe spielbar. Ein Top Ergebnis für Ultrabooks, die vor allem eine lange Akkulaufzeit und hohe Portabilität liefern müssen.

Stichwort Akkulaufzeit: Diese wurde bei den Kaby Lake Prozessoren auch deutlich verbessert. Auch, wenn sich der maximale Stromverbrauch nicht geändert hat (15 Watt TDP), kann Kaby Lake mit rund 20 Prozent weniger Leistungsaufnahme und besserer Performance auch unter Dauerlast punkten. Erste Ultrabooks mit Kaby Lake wie das Dell XPS 13 oder auch das Razer Blade Stealth sind bereits auf dem Markt (Quelle: Notebookcheck).

Kaby Lake spielt AMD Zen in die Karten

Was für Skylake-Besitzer ein eher maues Update darstellt, ist für AMD-Fans ein Wink mit dem Zaunpfahl: Intels Kaby Lake erscheint nämlich zeitgleich mit AMDs neuer Zen-Architektur. Wenn AMD alles richtig macht und die Zen-Prozessoren eine solide Performance abliefern, könnte AMD im High-End und Gaming-Bereich wieder konkurrenzfähig werden. Erste Benchmarks wird es hier aber wohl erst Anfang 2017 geben. Wir sind gespannt und halten euch auf dem Laufenden.

Intel Cannonlake und Coffee Lake kommt bereits Mitte 2017

Interessant wird Intels Update-Strategie vor allem auf längere Sicht: Wer noch etwas länger warten kann, kann vor allem im Notebook-Sektor mit einem größeren Performance-Update rechnen. Denn Intel hat die neue Cannonlake-Architektur bereits für Mitte 2017 angekündigt. Cannonlake bringt einen neuen Herstellungsprozess im 10 Nanometer Verfahren und ist vorerst auf Ultrabook-CPUs mit maximal 15 Watt TDP beschränkt – was den Ultrabook-Kauf schon wieder etwas schwieriger macht.

Für Desktop-Nutzer hat Intel zeitgleich für Mitte/Ende 2017 die Architektur „Coffee Lake“ angekündigt, die mit dem gewohnten 14 Nanometer Prozess hergestellt wird und gerüchtweise in maximaler Ausbaustufe 6 Kerne anbieten soll. Wann CPUs mit 10 Nanometer Prozess auch in Desktops Einzug halten, wird von Intel momentan noch verschwiegen – der immer kleiner werdende Herstellungsprozess scheint Intel vor größere Aufgaben zu stellen (Quelle: wccftech.com).

Fazit: Kaby Lake nur für neue PCs & Notebooks

Das Prozessor-Lineup von Intel scheint momentan ein wenig undurchsichtig: Wer als Desktop-Gamer eine aktuelle Skylake-CPU wie zum Beispiel die Intel Core i5-6600k oder Intel Core i7-6700k hat, kann die Kaby Lake-Generation unserer Meinung getrost überspringen. Zu klein scheint das Leistungsupgrade und zu nahe ist schon die neue Coffee-Lake Generation, die einen größeren Performanceschub verspricht.

Für Notebooks scheint Kaby Lake aber eine gelungene Weiterentwicklung zu sein: Erste Tests zeigen eine deutlich bessere Akkulaufzeit bei einem ordentlichen Performanceschub, was vor allem für kleine und dünne Ultrabooks einen großen Vorteil zu den Skylake-Vorgängern bietet. Für größere Gaming-Laptops wird erst Anfang 2017 ein schneller Kaby Lake Vierkernprozessor erscheinen – hier ist warten angesagt.

Doch auch für Laptops steht die neue Generation schon vor der Tür: Die neue Cannonlake-Generation im 10nm-Verfahren werden einen noch deutlicheren Sprung im leichten und sparsamen Ultrabook-Bereich zeigen, der lang ersehnte Akkulaufzeiten über zehn Stunden und trotzdem ab und an kleinere Gaming-Sessions liefern könnte. Erste Modelle mit Cannonlake-CPU könnten schon Mitte 2017 erscheinen. Hier gilt, wie so oft in der Technikwelt: wer noch warten kann, sollte warten. Wer jetzt einen neuen Laptop braucht, kann getrost zugreifen!

Quelle für Bilder & Informationen: Intel

Wer schreibt hier?

Hallo! Mein Name ist Tobias, ich bin 26 und Informatiker. Schon im Kindesalter habe ich am liebsten an PCs geschraubt (zum Leidwesen meiner Eltern ;-)). Als mir die Hardware nicht mehr genug war, habe ich programmieren gelernt. Das ist jetzt über 10 Jahre und unzählige Programmiersprachen her. TL;DR: Nerd mit Liebe zu Technik, Gaming und Coding.


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