PC-Netzteil – Worauf Ihr beim Kauf achten müsst

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Strom frei! Ohne PC-Netzteil läuft im Computer nichts. Die PSU (Power Supply Unit) versorgt alle PC-Komponenten mit den nötigen Strömen und schützt die Komponenten vor Stromspitzen aus dem Netzstrom. Gerade deswegen ist es nicht ratsam, beim Netzteil den roten Stift anzusetzen. Billige und NoName-Produkte können schnell mehr Schaden anrichten, als die Ersparnis wert ist. Dabei gibt es gute PC-Netzteile bereits ab ca. 40 Euro! Wir zeigen Euch, auf was Ihr beim Netzteil-Kauf achten müsst.

Netzteile für Gaming PCs

Gaming PCs haben vor wenigen Jahren noch Netzteile mit über 700 Watt Nennleistung benötigt. Dank neuer Entwicklungen sind aber auch Gaming PCs heutzutage deutlich stromsparender als früher: Ein aktueller Gaming Computer mit Intel Core i7 und Nvidia GTX 1070 ist mit einem 500 Watt Netzteil mehr als zufrieden. Ein Griff zu leistungsstärkeren Netzteilen lohnt nur, wenn Ihr in Zukunft ein Update zu einer High-End-Grafikkarte vorhabt oder mehrere Grafikkarten (SLI/Crossfire) verwenden wollt. Hier könnt Ihr also problemlos etwas Geld sparen (denn: Mehr Leistung = höherer Preis).

Unsere Empfehlung für Gaming PC Netzteile in jeder Preisklasse:

Preisklasse Leistung Netzteil
90 bis 110 Euro  500 – 650 Watt – Super Flower Leadex Gold 550 Watt
– Corsair RM550x/RM650X
– EVGA G2 550
– Seasonic G-550W
60 bis 90 Euro 400 – 600 Watt – be quiet! E10 400 Watt/500 Watt
– be quiet! Pure Power 9 600Watt
50 bis 60 Euro 450 Watt – Cooler Master G450M
Bis 50 Euro 530 Watt – Xilence Performance A+

Für SLI- / Crossfire-Systeme mit zwei oder mehr Grafikkarten empfehlen wir:

Preisklasse Leistung Netzteil
Über 150 Euro 750 Watt – be quiet! Dark Power Pro P11 750 Watt
100-150 Euro 750 Watt – be quiet! Power Zone 750 Watt
– Corsair RM750X 750 Watt
– Enermax Revolution X’t II 750 Watt
Bis 100 Euro 750 Watt – Thermaltake Toughpower 750W Gold

Natürlich gibt es noch viele weitere gute Netzteile in diesen Preisbereichen. Die genannten Modelle haben in diversen Testberichten gut abgeschnitten und/oder haben aus persönlicher Erfahrung ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Netzteile für Multimedia PCs und Office PCs

Computer ohne großartige Gaming-Hardware sind meist noch einmal deutlich sparsamer: Hier reicht ein PC-Netzteil mit 300 Watt Leistung absolut aus. Nutzt Ihr eine APU (Prozessor mit integrierter Grafik) und keine dedizierte Grafikkarte, wird der heimische Rechner sogar zur Energiesparlampe. Hier lohnt der Griff zum Billig-Netzteil aus dem Online-Marktplatz noch weniger: Renommierte Markenmodelle gibt es bereits für den kleinen Geldbeutel!

Unsere Multimedia-PC-Netzteil Empfehlungen:

Preisklasse Leistung Netzteil
40 bis 60 Euro  400 Watt – be quiet! Pure Power 9 400W (CM)
– Corsair CX450M
bis 30 Euro 400 Watt – Xilence Performance C

Auch hier gilt natürlich: Es gibt noch viele weitere empfehlenswerte Modelle – unsere Empfehlungen gestalten wir auf Basis von diversen Testberichten und persönlicher Erfahrung.

Wie viel Leistung braucht Euer Netzteil eigentlich?

Es gibt so viel Auswahl auf dem Markt, doch wie viel Leistung brauchen die PC-Komponenten eigentlich? 400, 500 oder gar 1000 Watt? Dank dem Netzteil-Rechner von BeQuiet lässt sich das ganz einfach herausfinden: Gebt einfach Eure Komponenten ein und klickt auf „Berechnen“ – schon seht Ihr, wie viel Leistung Euer System bei Volllast maximal abrufen wird. Wenn Ihr etwas Puffer nach oben haben wollt, könnt Ihr noch einmal 100 Watt oben drauf rechnen – wirklich nötig ist das aber nicht, denn die meisten Netzteile können etwas mehr als die angegebene Leistung liefern. Auch der Netzteil-Rechner von MSi ist einen Blick wert!

Anschlüsse und Ausstattung – Das braucht Ihr für Euren PC

Ein ganz wichtiger Faktor beim Netzteil-Kauf sind natürlich die Anschlüsse und Ausstattung. Habt ihr eine recht gierige Grafikkarte, braucht das PC-Netzteil mindestens zwei 6-Pin-Stromstecker. Wollt Ihr eine Reihe von Festplatten einbauen, müssen auch mindestens genau so viele 15-Pin-Sata-Anschlüsse vorhanden sein. Diese Angaben könnt Ihr den technischen Details jedes Netzteils entnehmen. Wer ein Gehäuse mit Fenster hat oder die Luftzirkulation im PC-Gehäuse optimieren will, sollte zudem nicht auf Kabelmanagement verzichten: Für ein paar Euro mehr können nicht benötigte Kabel dann einfach vom Netzteil abgestöpselt werden.

Leise Netzteile sind Trumpf

Vorbei ist die Zeit von tosenden PC-Lüftern – auch Netzteile müssen heute beinahe unhörbar leise sein. Bestenfalls sollte man auch unter Last nur ein leises Surren vom Ventilator des Netzteils hören. Semi-passive Netzteile sind besonders leise: Hier springt der Lüfter nur an, wenn er benötigt wird. Aber auch einige aktiv gekühlte Netzteile können mit einem extrem leisen Betriebsgeräusch aufwarten. Auch temperaturgeregelte Lüfter tragen hier viel zur Ruhe im PC bei – Das bieten die meisten Netzteile ab 50 Euro aufwärts. Alle Modelle auf unserer Empfehlungsliste können mit leisen Betriebsgeräuschen aufwarten. Komplett passive Netzteile haben keinen Lüfter und sind somit lautlos. Die Hitze muss aber trotzdem abtransportiert werden: Das PC-Netzteil sollte dann unbedingt durch einen Luftstrom im Gehäuse gekühlt werden. Für Gaming-PCs sind passiv gekühlte Netzteile wegen der langanhaltenden Belastung eher bedingt geeignet.

Die 80 Plus Zertifizierung

Was Euch bei der Netzteil-Suche vermutlich zu allererst untergekommen ist, ist die „80 Plus“ Zertifizierung. Dieses Zertifikat bescheinigt einen bestimmten Wirkungsgrad des Netzteils. Der Wirkungsgrad beschreibt, wie viel Energie das Netzteil wirklich in nutzbare Energie umwandelt und wie viel Energie in Wärme umgewandelt wird. Ein möglichst hoher Wirkungsgrad ist das, worauf Du bei der Netzteil-Suche achten solltest.
pc-netzteil-80-plus

Folgende 80 Plus Zertifizierungen bei der Netzteil-Wahl wichtig (Stand 2016):

Zertifizierung 10% Last 20% Last 50% Last 100% Last
 80 Plus  82% 85% 82 %
 80 Plus Bronze  85% 88% 85%
 80 Plus Silber  87% 90% 87%
 80 Plus Gold  90% 92%  89% 
 80 Plus Platinum  92%  94%  90%
 80 Plus Titanium 90% 94% 96%  94%

Quelle: Wikipedia

Besonders für Gaming PCs ist ein hoher Wirkungsgrad bei wichtig: Bei Spielen wird die volle Auslastung der Rechenleistung des öfteren erreicht. Für Gaming PCs solltet Ihr auf eine „aktive Power Factor Correction“ (Active PFC) achten: Hier ist der Wirkungsgrad deutlich besser als bei passive PFC und die Stromabgabe ist besonders stabil. Und im Endeffekt sinkt mit active PFC auch die Wärmeentwicklung im Computer, was den anderen Komponenten zugute kommt.

Diese Schutzschaltungen sollte Euer Netzteil bieten

Nicht nur der Wirkungsgrad ist ein guter Beweis dafür, dass Ihr nicht unbedingt zum billigsten PC-Netzteil greifen solltet. Besonders wichtig sind im Netzteil integrierte Schutzschaltungen, die die empfindlichen PC-Komponenten vor Schäden durch falsche Stromzufuhr schützen sollen. Schützt das Netzteil nicht vor Kurzschlüssen, Überspannung oder Überlastung, kann es unter Umständen richtig teuer werden: Im schlechtesten Fall sind alle Komponenten im PC betroffen.
pc-netzteil-schutzschaltungen

Die Checkliste für die Schutzschaltungen sollte beim Netzteil-Kauf mindestens umfassen:

  • Unterspannungsschutz (UVP),
  • Überspannungsschutz (OVP),
  • Kurzschlusssicherung (SCP),
  • Überlastschutz (OPP),
  • Überstromschutz (OCP),
  • Überhitzungsschutz (OTP).

In Deutschland sind OVP, OCP, SCP und passives PFC vorgeschrieben – das gilt aber nicht für Import-Netzteile. Auch hier gibt es natürlich noch einmal Unterschiede: Die Auslösepunkte und auch die verwendete Technik unterscheidet sich je nach Hersteller deutlich. Modelle von be quiet!, Corsair, Coolermaster, EVGA, Enermax, Seasonic, Super Flower, Tagan, Xilence und Antec könnt Ihr unseres Wissens problemlos kaufen. Besonders günstige Netzteile dieser Hersteller verzichten aber meist auf teure Schutzmechanismen und beschränken sich nur auf das nötigste. Dennoch lohnt immer eine kleine Recherche vor dem Kauf: Webseiten wie Computerbase und Hardwareluxx nehmen die meisten Netzteile sehr genau unter die Lupe. Interessant ist auch die Erklärung zu „guten“ Schutzschaltungen von tomshardware.de.

ATX, SFX, TFX – VerstehNX? Die Bauformate erklärt

PC-Netzteile gibt es in verschiedenen Größen und Formen, die jeweils einer bestimmten Norm entsprechen. Wichtig ist hier vor allem der Formfaktor Eures Gehäuses: Welches Format wird vom Gehäuse unterstützt? Für den altbewährten Desktop-PC im „Tower“-Format benötigt Ihr meist das ATX-Format. Für sehr kompakte PCs eignen sich die kleinen und kompakten SFX-(L)- und TFX-Modelle. Damit lassen sich sogar sehr performante Mini-Gaming-PCs zusammenstellen – vorausgesetzt, die anderen PC-Komponenten spielen mit.

Wer schreibt hier?

Hallo! Mein Name ist Tobias, ich bin 26 und Informatiker. Schon im Kindesalter habe ich am liebsten an PCs geschraubt (zum Leidwesen meiner Eltern ;-)). Als mir die Hardware nicht mehr genug war, habe ich programmieren gelernt. Das ist jetzt über 10 Jahre und unzählige Programmiersprachen her. TL;DR: Nerd mit Liebe zu Technik, Gaming und Coding.


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